How it started and how it's going
Bei einem Workshop mit dem VÖBB, einem Beratungs-Kunden für ein mögliches Discovery-Projekt, hat Ralf Stockmann die Idee präsentiert, häufige Use Cases von Discovery-Systemen automatisiert durch ein LLM bestimmen zu lassen, um die Rechercheergebnisse zu verbessern. Ein Mockup dafür hat er auch mitgebracht, das er mit der Entwicklungsumgebung Cursor erstellt hatte. Cursor? Damit kann ich als Bibliothekarin natürlichsprachig kleine Anwendungen erstellen - und das habe ich in den letzten Wochen ausgiebig ausprobiert.
Die Idee aus dem VÖBB-Workshop habe ich natürlich weiter verfolgt und an einem VuFind-System getestet, aber auch ein wenig damit experimentiert, mich von Cursor bei der Nachbearbeitung von Metadaten unterstützen zu lassen. Dabei habe ich in kürzester Zeit so viel über Software-Entwicklung allgemein, Webentwicklung, Konsolenbedienung, VuFind-API und natürlich auch LLMs gelernt wie noch nie. Ich bin durch tagelange Tiefen gegangen und habe ungeahnte Höhen erreicht, und weil ich komplett davon überzeugt bin, dass viele Leute in der Bibliothekswelt von einer solchen Entwicklungsumgebung profitieren können, habe ich einen kleinen Erfahrungsbericht zusammengestellt.
Der "VuFind mit LLM"-Prototyp
Inzwischen hat eines meiner kleinen Projekte, der Prototyp für die LLM-gestützte Suche in VuFind, eine gewisse Vorzeigereife. Weil man den Code ohne Zugang zu VuFind- und LLM-API nicht selbst ausprobieren kann, habe ich ein Demo-Video gemacht:
Aber, denn auch das habe ich gelernt, der Code steht auch auf GitHub bereit. Spätestens damit dann hatte mein Vorhaben seinen Geheimtitel "Schock deine IT, programmier es selbst" dann auch verdient. Wer sich nicht bis dort hin durchwühlen will, möge hier aber meine dankbare Verbeugung vor Ralf Stockmann einerseits und meinem eWW-Kollegen Johannes Schultze andererseits zur Kenntnis nehmen. Ohne das mentale und technische Händchenhalten von Johannes wäre ich so weit definitiv nicht gekommen. Denn eines ist klar: wirklich lebensfähige Software habe ich nicht erzeugt, eben "nur" einen Prototypen. Aber dass ich das als Bibliothekarin jetzt allein kann, ist ein Hochgefühl von selten gekannter Größe.